Personal (Challenge 4/30) // My Dream Job – Jung, qualifiziert und arbeitslos?

by - Freitag, April 14, 2017


Das heutige Thema meiner Blogging Challenge „Your Dream Job“ möchte ich gerne ein wenig anders interpretieren – ich möchte Dir nicht nur von meinem Traumjob erzählen, sondern auch davon wie es mir bei der momentanen Jobsuche ergeht.

Mein Traumjob

Ich glaube meinen Traumjob kann man nicht mit einem Begriff wie z.B. „Bäckerin“ zusammenfassen – es gibt viele Dinge, die mir gefallen und die ich mir vorstellen kann einmal zu machen. Schließlich kann man sich auch als Bäcker_in für so einiges entscheiden. Will man Pizzas backen? Brot? Oder doch liebe Kuchen und Torten?
Schuld daran ist wahrscheinlich mein Kommunikationsdesignstudium, denn hier konnte ich mich in verschiedensten Bereichen ausprobieren – von eher theoretischen Inhalten wie Marketing, Markenmanagement oder Kunstgeschichte bis hin zu praktischen Dingen wie Zeichnen, Fotografieren oder Buchbinden. Jedes Projekt – egal ob es eine Fotostrecke, die Entwicklung einer neuen Marke oder eines Corporate Designs erfolgte immer von der Idee bis zum fertigen Dummy – meistens alleine, oft in Teamarbeit. Ich konnte mir so in 4 Jahren Regelstudienzeit ein breites Wissen und Können in verschiedenen Bereichen aneignen, meine Social Skills stärken und Programme auswendig lernen. Praktika beim Fotografen oder einem Festival halfen dabei. Ich denke, dass Kommunikationsdesigner_innen in gewisser Weise eine eierlegende Wollmilchsau sind – so wie man es z.B. auch gerne von BWL-Absolvierenden behauptet. Wir können verdammt vieles und müssen nur den richtigen Weg für uns finden.
Mein Weg führte aufgrund eines Praktikums bei den Internationalen Kurzfilmtagen in die Öffentlichkeitsarbeit – oder Public Relations (PR). Nun arbeite ich schon seit 5 Jahren in diesem Bereich und habe u.A. Folgendes gemacht: Konzepte geschrieben, Projekte umgesetzt, Online- und Social-Media-Marketing betrieben, mich mit Pressearbeit auseinandergesetzt und etliche Printmaterialien erstellt. Außerdem habe ich mich insbesondere im Social-Media-Bereich weitergebildet. Mir gefällt der Öff/PR/Marketing-Bereich sehr gut, da ich meist an verschiedenen Projekten arbeite. Ein neues Projekt bedeutet neue Herausforderungen und das wiederum bedeutet, dass es nie langweilig wird! Ich kann mir also gut vorstellen in diesem Bereich zu bleiben!

Bye Bye Konsum – Hello Pädagogik!

Nun möchte ich gerne einen Schritt weiter gehen, denn ich arbeitete bisher immer „nur“ Teilzeit. Wieso das? Ich habe damals mein Studium mit 1,7 abgeschlossen und konnte mir dennoch nicht vorstellen als typische Designerin zu arbeiten. Denn während meines Studiums habe ich vor allem eins gemerkt: es geht um Konsum. Du machst eine Kampagne? Damit Menschen konsumieren können. Im besten Fall noch mehr konsumieren können! Damit das Produkt noch größer, noch bekannter, noch erfolgreicher wird! Alles ist Konsum. Wenn du meinen Blog schon einige Zeit verfolgst, weißt du, dass ich das nicht bin. Ich bin mehr so der Öko. Ich möchte nicht in einem konsumorientierten Unternehmen arbeiten (natürlich muss jedes Unternehmen wirtschaftlich arbeiten) und Marken vertreten hinter denen ich nicht stehe.

Deshalb habe ich mich für ein weiteres Studium der Erziehungswissenschaften entschieden um mich ein bisschen im pädagogischen Bereich zu bilden. Das Studium ist gut, es hat mich persönlich sehr viel weiter gebracht, aber dass ich später einmal nicht im Kindergarten oder einer Schule lande war eigentlich von vornherein klar. Ich möchte niemandem auf den Schlips treten, aber das Studium ist einfach, sehr einfach. Ich habe mich zudem dafür entschieden Veranstaltungen am Wochenende oder komplett innerhalb einer Woche zu absolvieren. Kurzum: mir fehlt nicht mehr viel, ich habe keinen Zeitdruck und trotzdem bald einen zweiten Bachelor in der Tasche. Deshalb suche ich einen Vollzeitjob – und das ist gar nicht so einfach.

Viele Bewerbungen – kein Job?

Statistisch gesehen haben Hochschulabsolvent*innen sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. „3 bis 4 Monate dauert die Jobsuche im Schnitt“. Trotzdem stolpere ich immer wieder auf Artikel wo Personen länger suchen, manchmal über ein Jahr. Bei mir ist es noch nicht ganz so lang, aber über die 3 Monate bin ich auf jeden Fall. Auf nur etwa 1/3 aller Bewerbungen habe ich überhaupt eine Rückmeldung bekommen – scheinbar sind selbst Absagen heutzutage unüblich.

Ich gebe es zu: anfangs habe ich noch sehr unspektakuläre Bewerbungen geschrieben, die aussahen wie ein langweiliger Brief von der Behörde. Lieblos erstellt in Word. Erst nach und nach überarbeitete ich meinen Lebenslauf, stellte alles einmal thematisch um, fügte Bulletpoints mit den wichtigsten Aufgaben ein und passe inzwischen jede einzelne Bewerbung auch optisch auf die Firma an. Und obwohl ich eine absolute Gegnerin von Bewerbungsfotos bin, habe ich mich dem System gebeugt und ein Foto beigefügt, schließlich soll es ja die Chancen steigern. Und ja, es stimmt – seitdem bekomme ich deutlich mehr Rückmeldungen. Inzwischen hatte ich auch die ein oder andere Einladung, habe mich laut Aussage auch „sehr gut“ präsentiert – und trotzdem bisher keine Zusage erhalten. Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass genau der Bereich wo ich suche oder überhaupt der Kulturbereich hoffnungsvoll überfüllt ist. Dass man selten gut bezahlt wird und nahezu immer auf kurze Zeit befristet eingestellt wird. Die Realität und dass ich mit sehr gutem Studienabschluss, Zusatzqualifikationen und ein paar Jahren Erfahrung (bisher noch) keinen Job finden konnte, hat mich aber dennoch überrascht. Ich bin gespannt wie lange meine Suche noch dauert!

Welche Erfahrungen im Job/bei Bewerbungen hast Du schon gemacht?

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12 Kommentare

  1. Toller Beitrag & sehr schöner Schreibstil! :)
    Liebe Grüße, Kristine| kristykey

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  2. Ohje, da drücke ich dir die Daumen, dass es trotzdem bald klappt! :)
    Ich bewerbe mich gerade für Praxissemester in Firmen und habe bisher auch nur Absagen - nervt natürlich, aber ich hoffe, dass ich vielleicht trotzdem bald eine Zusage bekomme!

    Und mir schmecken gekochte Karotten auch nicht sonderlich! :D

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  3. Ein super Post! Ich hoffe du findest bald einen tollen Job und viel Glück für dein Studium:)

    Laura♥
    sparklingpassions.blogspot.de

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  4. ein toller und interessanter Post :-)

    Ich drücke dir die Daumen, dass es mit einem Job sehr bald klappt!
    Mein Freund sucht nun schon seit Monaten eine neue Stelle und findet leider auch nichts brauchbares. Heutzutage ist es gar nicht einfach das passende zu finden.

    Zurzeit mache ich eine Ausbildung, mit der ich bald fertig sein werde und dann geht es auch wieder fließig auf die Suche nach neuen Herausforderungen

    lg Alex <3

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  5. Ein toller Beitrag! Das Thema gefällt mir sehr. Bis auf 3 Praktika habe ich noch keine großen Erfahrungen mit Bewerbungen gehabt, da ich noch zur Schule gehe :)

    Küsschen,
    Camie von http://callingcamie.blogspot.de/

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  6. Ein toller, interessanter Beitrag! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es mit deinem Job bald klappt!

    Bei mir ist es so, dass ich damals eine Ausbildung gemacht habe, die überhaupt nicht zu mir passt. Ich habe auf gut Glück eine Bewerbung geschrieben und wurde angenommen. Werde im Sommer aber meinem Traum nachgehen und mein Abitur nachholen um anschließend studieren zu können.

    Liebe Grüße und ein schönes Osterwochenende!
    Anna :-)


    https://wwwannablogde.blogspot.de/

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  7. Ein wirklich sehr interessanter Beitrag, gefällt mir sehr! Ich bin auch schon gespannt, was die Zukunft noch alles so mit sich bringt :)

    Liebe Grüße, Julia ☾ | www.serendipityblog.de

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  8. Sehr sehr interessanter Beitrag!! Ich kann mich in deinen Worten extrem gut wiederfinden, denn ich hasse diese ganze Konsumorientierte Gesellschaft auch total. Von allem haben alle immer zu viel und es muss auch immer neu sein. Ich kaufe inzwischen nahezu alles Second Hand, nur vereinzelt kaufe ich Kleidung noch neu. Auch Bücher und Co. kaufe ich wann immer es geht gebraucht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich zu geizig für Neues wäre, nein, aber es wurde einfach schon genug auf der Welt produziert und ob ich ein Buch neu oder alt kaufe, ändert an den Buchstaben, die auf dem Papier stehen, auch nichts. Das mit deiner Jobsituation ist super ärgerlich und schade, aber auch nicht verwunderlich.. Ich studiere Soziale Arbeit und kenne die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Tatsächlich wäre man am besten bedient, wenn man einfach Erzieherin wird. Aber ich kann dich verstehen, für mich wäre es auch nichts, auch wenn ich den Hut vor allem Erzieherinnen ziehe! Ich habe großen Respekt und große Wertschätzung für diese Arbeit. Ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg und lass dich nicht unterkriegen :) Übrigens: Bin ebenfalls aus Köln, vielleicht hat man sich ja schon mal gesehen, auf dem Foto kommst du mir irgendwie bekannt vor :D 🤔 Aber vermutlich ist das nur Einbildung. Liebe Grüße an dich :)

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  9. Ich habe meinen Job und hoffe auch, ihn zu behalten.

    Allerdings habe ich von ähnlichen wie deinen Problemen gehört: überqualifiziert, tolle Bewerbung, Auslandserfahrung, keine Berufserfahrung. Klar keine Berufserfahrung, wenn man keine Einstellung bekommt. Wo soll sie denn herkommen?
    Irgendwie ein Teufelskreis.

    Ich drücke dir die Daumen, dass es bald klappt.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  10. Huhu liebe Eleonora, mach Dir da nicht so viel Stress wegen eines Jobs.Wir sollten aufhören immer nur Uns über unseren "Job" zu definieren. Wir sind viel mehr als nur ein Job.
    Liebe Grüße Alina von Alinas Welt

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  11. Das echt toller Beitrag :)
    Der Beitrag war echt interessant und schön und lesen

    Ich kenne das zu gut, meinen alten Job musste ich aus
    Gesundheitlichen Gründen leider aufhören.

    ShellyAbdallahs.Blogspot

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  12. Oh je, heute ist es echt schwer eine Stelle zu finden. Auf einen Job kommen ca 200 Bewerbungen. Und es findet sich immer jemand der besser als man selbst ist. Man darf nur nicht aufgeben :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / www.goldzeitblog.de

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